Silvia Volckmann
Die Zeit ist schwer zu
erzählen auf der Insel
Ein literarisches Lanzarote-ABC
Konkursbuchverlag 2011
ISBN 978-3-88769-770-96
320 Seiten   14,90 €
Wir definieren uns über unser Verhältnis zu Inseln: No man is an island, entire of itself; every man is a piece of the continent, a part of the main, hatte der elisabethanische Dichter John Donne festgestellt. I am a rock, I am an island, sang Paul Simon 1965 dagegen.
Die Inseln sind jenseits des Imaginationsraumes, der sie umgibt, nicht zu haben. Wirklich kennen lernt man sie erst, wenn man sich nicht scheut, in ihn einzudringen. Selbst auf die Gefahr hin, dass einem der Boden unter den Füßen entgleitet, dass man auf Sand baut oder auf Stein beißt, dass man ins Schwimmen gerät oder im Kreis läuft.
Die Insel Lanzarote liegt zwischen dem 28. Grad nördlicher Breite und dem 7. Grad östlicher Länge der Meridianlinie von San Fernando, behauptete 1928 der kanarische Surrealist Agustín Espinosa. Vom Standpunkt der geographischen Fakten aus ist das schlicht falsch.
Natürlich wusste Espinosa genau, was er tat: Sein Lanzarote ist eben auf den üblichen Verkehrswegen nicht zu erreichen. Es liegt – irgendwo, jedenfalls anderswo als die Kanareninsel gleichen Namens, aber doch eben nicht ganz woanders. Das wirkliche Lanzarote interferiert mit dem imaginären. Am Ende wird unentscheidbar, was real ist und was sur-real.
Mit den Inseln ergeht es uns, wie dem sprichwörtlichen Robinson Crusoe: Wir landen auf fernem Eiland, und wir tragen mit uns ein ordentlich geschnürtes Bündel von Begriffen und Bildern, Geschichten und Erwartungen. Sie helfen uns, dort zu überleben. Was Robinson übersah, und was auch wir zumeist übersehen: Wir erfahren selten Neues, wenn wir das, was uns begegnet, möglichst rasch in den Schubladen unserer Welt verstauen.
Es war schon immer das Geschäft der Dichter, das Alltägliche in verfremdeter Form zu präsentieren, um beim Publikum einen Prozess in Gang zu setzen, der Bekanntes in Erkanntes und bloß Erlebtes in eine Erfahrung verwandelt. Eine Bibliothek, hat Jorge Luis Borges einmal gesagt, ist eine Zauberhöhle voll von Toten. Wenn man die Buchseiten öffnet, können diese wieder zum Leben gebracht werden.
Anfang
Ankunft
Afrika
Aljibe
Bautätigkeit
Bu
Clavigo
Conejero
Dama del Mar
Eroberer
Exil
Farbe
Fiesta
Fischer
Franco
Frauen
Glückselige Inseln
Graciosa
Hexen
Ico
Janubio
Kamel
Kinder
Kino
Koschenille
Lanzelot
Lapa
Lobos
Manrique
Mararía
Meer
Naos
Odysseus
Pateras
Polyandrie
Quellen
Residentes
Roque
Saramago
Schiffbruch
Sex
Timanfaya
Toteninsel
Touristen
Uga
Volver
Wind
Xenophobie
Yaiza
Zonzamas